Hype-Thema mobile. Wie wichtig ist mobile wirklich?

von Moritz Machner im Dezember 2011 in Produktivität

Wohin man in den News und bei den Neugründungen der Webszene guckt, das Thema mobile ist omnipräsent. Es scheint als hätten die Hersteller von Geräten und auch die Anbieter von Software ihre komplette Entwicklung auf diesen Hype konzentriert, ordentliche Innovationen findet man im Desktopbereich heutzutage selten. Doch was hat es mit dieser Entwicklung auf sich? Mobile User unterscheiden sich ja nun vom klassischen Laptop Nutzer der Vergangenheit. Das beispielsweise der Außendienst mobil sein muss steht nicht zur Debatte. Das es praktisch ist, von unterwegs auf seine E-Mails oder auch sein CRM zuzugreifen auch nicht. Aber rechtfertigt das diesen Hype? Ich glaube die Gründe liegen tiefer. Der Effekt der auch als „Consumerization“ beschrieben wird hängt damit eng zusammen. Leute wollen anscheinend - den gängigen Studien nach - vor allem die jüngeren, ihre privaten, mobilen IT Geräte auch im Beruf nutzten. Also an Mobile alleine kann es ja nicht liegen, da – machen wir uns nichts vor – der durchschnittliche User 90% seiner Zeit am Schreibtisch oder Zuhause verbringt. Beides Orte, wo ein guter Desktop Computer wahrscheinlich alle Bedürfnisse perfekt und auch komfortabler bedienen kann. Ganz rational: warum sollte man lieber ein 10“ Mobilgerät an Stelle des 24“+ Desktop Gerätes nutzen? Also was hat dieses 10“ Gerät an sich, dass die Leute es lieber nutzen. Die Antwort mag sein, dass es persönlich ist. Der Benutzer kann es auf seine speziellen Bedürfnisse und Präferenzen anpassen, es wird zu seinem persönlichen Werkzeug, welches ihn selber unterstützt - so wie die frühere Kalender-Kladde. Der Unterschied wird im Vergleich zum durchschnittlichen Büro PC deutlich. Dieser ist meist alles andere als individuell anpassbar. Alles ist von der zentralen IT des Unternehmens fest vorgegeben. Das ist von der Administration und der Effizienz der betrieblichen Abläufe sinnvoll, aber es ermöglicht eben keine persönliche Erfahrung, die dem einzelnen Mitarbeiter weiterhilft und ihm Spaß macht. Steve Jobs sagte einmal, dass der Computer eine Art Fahrrad für das Gehirn sei, also dem Nutzer hilft. In vielen Corporate Environments ist der Rechner aber nicht mehr, als ein Fließband für das Unternehmen.

Die leidige Consumerization

Aus der Perspektive wird natürlich deutlich, dass es anscheinend dieses Bedürfnis des „persönlichen digitalen Assistenten“ gibt. Und wenn die Firmen IT das Problem nicht lösen kann, wollen Leute eben ihr privates Mobilgerät mitbringen, um diese Lücke zu schließen. Für Unternehmen heißt das, man sollte sich überlegen, wie man seine Mitarbeiter individuell unterstützen kann. Nicht zuletzt ist ein gut geförderter Mitarbeiter ein effizienter Mitarbeiter. Es geht dabei gar nicht so sehr darum, dass jemand ein Handy vom Hersteller A will obwohl das Unternehmen nur Handys vom Hersteller B hat. Vielmehr ist das Problem das Handy B zentral veraltet ist und der User nicht mal das Hintergrundbild ändern kann ohne den Eingriff der zentralen IT. Konkret: ob Apple oder Android wird mittlerweile vielen Leuten egal sein. Nur mit einem Blackberry erntet man heute eben keine Freudenrufe mehr. Dort freuen sich höchstens die zentrale IT oder das Management über den Corporate Lockdown, der Nutzer guckt in die Röhre.

Fazit für Anbieter und Entwickler

Für einen Softwareanbieter heißt das nun, dass man vielleicht nicht dem Hype der Presse folgen sollte und jetzt nur noch „Apps“ programmieren sollte. Die Hauptarbeit wird auch in der absehbaren Zukunft weiter auf Desktop PCs stattfinden. Für private und auch für professionelle Anwendungen ist mobile eine schöne Ergänzung. Das entspricht auch unserer Strategie bei 42he: Unsere Webanwendungen sind primär für den Desktop im Unternehmen entwickelt. Dort haben die Anwendung und der Nutzer die volle Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus gibt es spezielle mobile Versionen, welche auf die Bedürfnisse des “unterwegs sein” optimiert sind. Beispielsweise wird niemand eine zwei Seiten lange Notiz auf seinem iPhone schreiben, wohl aber schnell die Telefonnummer eines Kunden finden. Ein CRM als reine iPad oder Smartphone App wäre nun ziemlich albern oder können Sie sich vorstellen am Tag acht Stunden vor einem Tablet zu arbeiten?
Tags dieses Artikels: IT Strategie, Mobile, Usability und WebApps

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Moritz Machner

Mitbegründer von 42he. Technischer Kopf und Chefentwickler mit Passion für schlanke Designs.


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