Von wegen Apple und Mac Hype – endlich arbeiten wie Erwachsene

von Axel von Leitner im April 2011 in Produktivität

Vor einem Jahr hätte ich mir nicht träumen lassen so einen Artikel zu schreiben. Die Frage nach einem Mac stand für mich eigentlich nie zur Debatte. Grund waren die klassischen Vorurteile: zu teuer, unnötige Spielerei. Ich hatte einen IBM bzw. Lenovo Laptop, High-end und weit verbreiteter “Industriestandard”. Und es war okay oder sagen wir es hat mir nichts gefehlt. Damals hatte ich aber auch noch nie länger mit einem Mac gearbeitet.

Vor etwa einem Jahr stand dann eine Neuanschaffung ins Haus. Ein neuer Laptop musste her. Mein damaliger Kollege und heutiger Partner war damals schon leidenschaftlicher Mac User und regelrecht Apple Fan. Er stellte mir sein MacBookPro auf den Tisch und sagte ich sollte einen Tag damit arbeiten. Wow dachte ich. Optik, Haptik, Usability, Integration einfach alles hat mich überzeugt. Ein Jahr lang ist das jetzt her, Zeit für ein Fazit.

Produktivität & Out of the Box

Seit meinem Umstieg funktioniert einfach alles. Ich bin produktiver und kann mich auf das Arbeiten konzentrieren. Bei meinem Mac habe ich nicht das Gefühl, dass er von Tag zu Tag langsamer wird. Ich muss mich auch nicht um die regelmäßige Sicherung der Daten kümmern. Von Werk wird stündlich im Hintergrund ein Backup angelegt und auf meiner Netzwerk Festplatte gespeichert. Ich kenne auch keine Bluescreens und Abstürze mehr.

Ich konzentriere mich heute auf das, was ich gerade machen will. Wenn ich arbeiten will klappe ich den Laptop auf, wenn ich ins Bett gehe klappe ich ihn zu. Es ist immer alles direkt wie am Vortag (mein MacBook Pro habe ich seit ca 40 Tagen nicht mehr richtig runtergefahren). Wenn ich ein USB Gerät nutzen will stecke ich es an, wenn ich fertig bin ziehe ich es ab. Hardware Probleme? Kenne ich nicht mehr. Es klingt banal, aber die meisten kleinen Probleme, denen man mit Windows Tag ein Tag aus begegnet, gibt es mit einem Mac nicht. Und es passiert mir so oft, dass ich überrascht werde oder einfach nur baff bin. Gerade gestern hab ich den Tipp bekommen mir einmal iPhoto von Apple anzuschauen. Ein Programm zur Organisation der Bildersammlung. iPhoto kann Gesichter erkennen und zwar mit einer Treffgenauigkeit, die ich mir nie hätte vorstellen können. Jetzt arbeitet sich iPhoto gerade durch meine tausenden Bilder und am Ende kann ich mit einem Klick alle Bilder von meinem Bruder angucken. Großartig!

Ich habe auch festgestellt, dass sich meine Sicht auf den Computer im Vergleich zur Schul- und Studienzeit drastisch verändert hat. Früher war das rumspielen an meinem PC irgendwie cool und weniger ein notwendiges Übel. Es war normal, dass ich spätestens nach zwei Monaten das Betriebssystem neu aufsetzen musste, weil das System so langsam geworden war. Dabei habe ich mich viel mehr mit dem Rechner beschäftigt. Ich musste vieles ändern, damit mir die Oberfläche gefiel: von individuellen Bildschirmhintergründen und Themes bis hin zu diesen Anzeigen der CPU Aktivität. Natürlich alles möglichst individuell. Das hat echt viel Zeit gefressen, die ich heute einfach nicht mehr habe. An meinem Mac brauche ich all diese Dinge heute nicht mehr verändern. Er gefällt mir “out of the box”.

Grown up computing

Wenn man sich die zunehmende Verbreitung von Macs im privaten, aber auch im betrieblichen Umfeld anguckt (Nein, nicht nur Designer) scheint diese Begeisterung bei immer mehr Leuten anzukommen. Für mich spiegelt die Arbeit mit einem Mac die Arbeit eines Erwachsenen wider. Auf die Spielereien und Ärgernisse mit Windows PCs habe ich einfach keine Lust mehr und kann sehr gut darauf verzichten. Wollen Sie auch wie ein Erwachsener mit Ihrem Rechner arbeiten? Gratulation, wenn Sie schon zu den glücklichen gehören. Wenn Nein überwinden Sie Ihre anfängliche Ablehnung so wie auch ich es getan habe. Ich verspreche Ihnen, es wird sich für Sie lohnen.

Abschließend auch noch ein Appell an die IT Entscheider, denn gerade im professionellen Umfeld ist die Angst das Falsche zu kaufen groß. “Ungewohnt” zieht wirklich nicht mehr. Die meisten Programme gibt es in äquivalent oder besser für den Mac. Die Office Suite kann man problemlos einsetzen, so dass die Umstellung marginal ist. Im Alltag gibt es dann so viele Details die die Arbeit erleichtern und angenehmer machen. Mal abgesehen davon, dass auch die Administration eines Netzwerks voller Macs eine reine Freude ist.



Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht oder genau das Gegenteil erlebt? Lassen Sie es mich wissen.

In dem Sinne wünsche ich noch einen schönen Ostersonntag.
Tags dieses Artikels: Apple und Usability

Es gibt 8 Kommentare zu diesem Artikel.

Roman Keller am Sonntag, 24.04.2011

Gratulation ! Toller Text er könnte auch von mir oder oder jedes anderen Macusers sein. 100% Einverstanden

Axel von Leitner (42he Team Mitglied) am Sonntag, 24.04.2011

Hallo Herr Keller,

ich freue mich über Ihre Zustimmung :)

Beste Grüße aus Köln

lars am Donnerstag, 26.05.2011

Mir ging es genauso. Bei mir ist es jetzt schon zwei Jahre her. Und ich bin immer noch begeistert, wie am ersten Tag! Also auch von mir: 100% Zustimmung zum Artikel

WDPX-Wollweber am Freitag, 27.05.2011

Wow, da schreibt sich mal jemand was von der Seele und es passt wie Faust auf?s Auge. Ich selbst bin zwar schon seit 1992 bei den Macs, kenne aber auch durch viele Freunde und Agenturen, in denen ich früher gearbeitet habe, wie nervig die Arbeit mit Windows ist. Da kümmert man sich eine halbe Ewigkeit des Tages einfach nur darum, den Rechner am Laufenden zu halten. Beim Mac muss man sich quasi gar nicht darum kümmern.
Ich selbst habe eine kleine Agentur, in der ich mittlerweile regelmäßig Studenten jobben lasse (einer davon übrigens obiger Lars vor 2 Jahren ;-)). Und jedes Mal kommen die an und wollen mir erklären, warum deren PC trotzdem so viel besser als unsere Macs sind. Naja, die Konvertierungsquote ist mit weit über 70% enorm hoch. Die Leute könne und schlicht müssen den Mac einmal konkret einige Wochen bei uns nutzen und sind am Ende alle begeistert.
Und wenn man dann noch den Weg zum iPad findet, ist man am Ziel. Noch einfacher, noch mehr ?ich mach mal kurz und schnell? und gut. Mittlerweile arbeite ich viel redaktionelles nur noch auf der Couch an diesem kleinen Wunderding. Wer braucht da noch einen Mac ;-)

Axel von Leitner (42he Team Mitglied) am Freitag, 27.05.2011

Danke für Ihre Antwort und die Einblicke. Gut zu hören, dass Sie die Konvertierung schon professionalisiert haben und im großen Stil betreiben ;)

In vielen webaffinen Berufsgruppen wechseln immer mehr zum Mac, es sind nicht mehr nur die Grafiker und Designer die vor dem unbekannten weißen Kasten sitzen. Und wenn ich mir die Verbreitung von MacBooks gerade in den Hörsälen angucke, dann wage ich einfach mal die Prognose, dass Sie in Zukunft immer weniger Diskussionen zu dem Thema haben werden.

Das heißt Sie schreiben auf dem iPad auch Texte? Das habe ich auch schonmal gemacht, aber bei mehr als ein paar Sätzen bevorzuge ich dann doch die Workstation oder das MBP.

Philipp Kastner am Dienstag, 13.12.2011

Interessant, ich kann mich ebenfalls mit dem Autor identifizieren. Allerdings zu dem Zeitpunkt als er noch ?ganz normal? mit einem PC arbeitete. Das tue ich nämlich auch. Es mag für Apple-Fans und-Verfechter ignorant klingen, aber ich sträube mich regelrecht davor zu Apple zu konvertieren ? sei es ein Handy, ein Tablet oder ein Computer ? obwohl ich mich noch nie wirklich intensiv mit den Produkten auseinandergesetzt habe. Vor allen Dingen liegt das in meinem Fall an dem Phänomen, was man in der Konsumentenpsychologie als ?Reaktanz? bezeichnet: Das was Apple-Produkte früher an Individualität verkörpert haben mögen, scheint mir mittlerweile zu einem uniformen Massenprodukt geworden zu sein. Nichts könnte mehr Mainstream sein als ein IPhone oder ein IPad. Den meisten Menschen ist Individualität wichtig, so auch für mich. Ein Apple-Gerät wäre deshalb mit meinen Wunsch nach Einzigartigkeit unvereinbar. Mir ist klar, dass diese Betrachtungsweise arg philosophisch ? wenig sachbezogen ? anmutet, aber letztlich ist die Wahl zwischen PC und MAC ja auch eine symbolische, eine grundsätzliche.
Abgesehen von diesem Punkt könnte ich nicht behaupten, dass ich Arbeit in mein Windows-System stecken muss, um es am Laufen zu halten. Seit drei Jahren tut das Betriebssystem auf meinem Laptop seinen Dienst. Weder Bluescreens, noch Abstürze oder nachlassende Leistung waren bisher ein Thema für mich. Lediglich ein hardwarebedingtes Problem hatte ich zu verbuchen, wobei mir auch bewusst ist, dass mit dem Kauf eines relativ günstigen Asus-Notebooks qualitativ noch Spielraum nach oben besteht.

Es würde mich interessieren, ob Sie meinen Standpunkt nachvollziehen können.

Grüße aus Nürnberg

Moritz Machner (42he Team Mitglied) am Dienstag, 13.12.2011

Als man als Mac User noch der Exot war, da wurde man schief angeguckt, weil man einem ?Kult? anhing oder dem ?Marketing? auf den Leim gegangen ist. Sie vertreten jetzt interessanterweise den Gegenpunkt. Generell scheint es wohl eine generelle Apple Abneigung oder Zuneigung aufgrund des Marketings und Verhalten dieses Unternehmens zu geben. Ich sehe das Ganze eigentlich ganz pragmatisch. Ich bin jetzt weder ein Fanboy oder Sektenmitglied, sonder ich kaufe lediglich das beste Produkt, welches meine Bedürfnisse erfüllt. Da Apple sich zur Zeit mit Lion (wir berichteten drüber) sich anscheinen eher Richtung Consumer bewegt, kann es durchaus sein, das ich den Hersteller wechseln werde. In den letzten fünf Jahren waren es (für uns) die besten Produkte, in fünf Jahren mag das auch wieder ganz anders aussehen. Im Mobile Bereich empfinde ich beispielsweise die neuen Windows 7 Mobile Geräte (Nokia Lumia etc.) deutlich spannender als das neue iPhone.

Was ich an Ihrem Standpunkt allerdings nicht nachvollziehen kann, ist, wo Windows mehr Individualität ausstrahlt als der Mac. Natürlich ist die Hardware differenzierter, aber Windows ist ja nun mit seinem ?Monopol gepowerten über 90% Marktanteil? alles andere als Individuell.

Torsten am Samstag, 27.12.2014

Ich habe seit Ende 2011 eins von diesen MacBook Pro und kommt damit überhaupt nicht klar.
Wir haben iPhones, iPads und Apple-TV was auch wirklich alles klasse und relativ einfach zu benutzen ist. Das MacBook bereitet aber meiner Frau und mir nur Frust. Nichts geht einfacher. Nichts geht schneller. Das Einzige, was gut ist, sind die zwei kostenlosen Betriebssysteme die es seit dem Kauf gab. Das war es auch schon, was bisher auf dem Kasten von mir installiert wurde. Ich bin von Windows gewohnt, das nach einem Download oder dem Einlegen einer CD/DVD automatisch ein Insatallationsprogramm aufgeht und ich nur noch auf JA klicken muss, um ein Programm zu installieren. Beim Mac soll ich irgendwas nach irgendwo in einen Ordner schieben, was ich schon nicht kapiere. Ich bin vorurteilsfrei an den Mac gegangen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass der Mac um Einiges schwieriger zu bedienen ist, wie ein Rechner mit Windows. Der Mac wird wohl bald ein Tapetenupdate bekommen. Der Frust ist mehr als groß.
Viele Grüße Torsten

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Axel von Leitner

Mitbegründer von 42he. Beschäftigt sich mit den betriebswirtschaftlichen Dingen und steckt viel Herzblut in Design & Usability.
Axel schreibt insbesondere über Produktivität, Design und Startup-Themen.


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