Was wirklich zählt

von Axel von Leitner im November 2015 in Unternehmensstrategie

In der vergangenen Woche sind mein Kollege und ich auf Deutschlandtour gegangen und haben täglich 1-2 Kundenveranstaltungen in unterschiedlichen Städten gemacht.

Zu den Veranstaltungen haben wir Bestandskunden eingeladen, nur vereinzelt wurden Bekannte und „CentralStationCRM-Anfänger“ mitgebracht. Diese Tour war also keine Vertriebsveranstaltung, uns ging es um den direkten Kontakt zu unseren sonst oft fernen Kunden. 

Warum ist das für uns etwas Besonderes? Weil es eigentlich Teil unseres “Software as a Service”-Konzeptes ist, uns eben NICHT mit jedem Kunden en Detail zu beschäftigen. Wir entwickeln Standard-Software mit einem hohen Grad an Automatisierung in allen Prozessen. Praktisch das genaue Gegenteil von Individualentwicklungen. Wir lieben dieses Geschäft und tun alles, um nicht in die Falle der (bezahlten) Anpassungen zu tappen.

Auf den ersten Blick ist Software as a Service undankbar und hart: Nachdem man sein Produkt entwickelt hat und mit der Vermarktung beginnt, gewinnt man eine Hand voll Kunden und jeder zahlt monatlich im Schnitt 30 Euro. Doch dann wächst man Monat um Monat um mehrere hundert Prozent und ehe man sich versieht hat man… 1.000 Euro Umsatz. Wow, welch eine Reise. Awesome. Nicht.

Und so wächst man langsam, aber stetig. Das Team wächst, es kommen immer mehr Kunden aus den verschiedensten Bereichen. Die Krux daran? Immer mehr Ideen, immer mehr Anforderungen und jeder neue Kunde hat nur einen klitzekleinen Wunsch, damit es “wirklich” perfekt ist. 

„Für jemanden wie euch ist das doch schnell eingebaut. Ein Link mehr oder weniger macht den Braten doch nicht fett.“

Und man versteht den Kunden, die Anforderungen sind oftmals vollkommen plausibel für den jeweiligen Fall. Und wie hart ist es in fast allen Fällen Nein zu sagen oder mit einem teilweise seltsamen Workaround um die Ecke zu kommen? 

Genau das ist es aber, was zählt. Das wurde glasklar in der letzten Woche. Unsere Kunden haben den Prozess live erlebt, denn wir haben nicht wie sonst im Support nur mit Einzelpersonen geschrieben, sondern saßen in einer größeren Runde. Praktisch jeder der Teilnehmer hatte einen oder mehrere Punkte mit, die unsere Software für ihn noch besser machen würde. Und je mehr Leute Ihren Punkt vorgetragen haben, desto klarer wurde das, was wirklich zählt. 

Denn so unterschiedlich die kleinen Punkte auch waren, so ähnlich waren die Gründe, warum eigentlich alle bei uns sind: 
  1. Es ist einfach zu nutzen, einfach zu erlernen
  2. Der Support bei Fragen hilft wirklich
Es erklärt sich von alleine, dass „Einfachheit“ und „nur eine kleine Funktion pro Kunde“ sich bei mehr als einer Handvoll Kunden ausschließen. Beides geht schlichtweg nicht. 

Wir machen es uns also weiterhin schwer und bauen nicht jede (für sich) gute Ideen direkt ein, sondern diskutieren intensiv zu jeder einzelnen, hinterfragen die Funktion im gesamten System und die Sinnhaftigkeit für alle unsere Nutzer. Denn das ist es, was in unserem Geschäft wirklich zählt. 

Bild von: Rainer Sturm / pixelio.de
Tags dieses Artikels: SaaS, Automatisierung, CentralStationCRM, Community Building und Kunden

Und was denken Sie? Schreiben Sie einen neuen Kommentar. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag.


Aws4 request&x amz signedheaders=host&x amz signature=80a0af7ce002f84d105af834322ece91f3a4ea78ac6a1ac724c6ec7e2866f51b

Axel von Leitner

Mitbegründer von 42he. Beschäftigt sich mit den betriebswirtschaftlichen Dingen und steckt viel Herzblut in Design & Usability.
Axel schreibt insbesondere über Produktivität, Design und Startup-Themen.


Lesen Sie mehr Artikel aus der Kategorie Unternehmensstrategie:
  • Firmen und ihre Kernkompetenzen
  • Steuerhinterziehung: Ein globales Spiel gegen die Allgemeinheit
  • Wie sehr ich es hasse den Türsteher zu spielen