Das C-Level: Die wichtigen Dinge im Startup

von Moritz Machner im Dezember 2012 in Allgemein

Wenn ich in der letzten Zeit von neuen Gründungen hier in Deutschland lese, muss ich mich immer häufiger wundern. Die Teams haben oft weder ein fertiges Produkt, noch Kunden, noch den großen Drang zur Internationalisierung und haben das C-Level (CEO, CTO …) dennoch schon verteilt.

Schon im NASDAQ?

Da kommt einem doch die Frage in den Kopf, warum man, wenn man keine AG ist und auch keine Firma aus den USA, die Titel der Führungspositionen eben jenen US AGs folgen müssen? Ist es förderlicher für die Vermarktung, wenn man unter seine E-Mails “Founder, CEO, CFO und Senior Vice President Customer Relations” schreiben kann? Meiner Meinung nach macht man sich so einfach nur lächerlich. Die Großmannssucht in der Geschmacksvariante Globalisierung hilft einem weder ein Produkt zu entwickeln noch zu irgendwas anderem. Die einzigen, die man neben anderen 22 Jährigen “Hipstern” damit beeindrucken kann, sind vielleicht die VC Jungs. Die Leute sitzen dann auch gerne in Aufsichtsräten Boards oder Beiräten Advisory Boards von solchen Unternehmen. Wohlbemerkt, Unternehmen mit plus minus drei Leuten und Null Produkten oder Dienstleistungen.

Spatz in der Hand statt Taube auf dem Dach

Geht’s auch mal ‘ne Nummer kleiner? Als Startup hat man bekanntlich andere Probleme als tolle Titel. Wie Axel die Tage im Rahmen des Startup Weekends NEXT Mentorings feststellte , ist es wichtig seine Idee erst einmal in der Realität zu erforschen. Den meisten fehlt es zunächst an Entwicklern, Kompetenz und Erfahrung in dem Bereich. Aber Hey? Als CTO, CIO und Senior Executive Advisor to the Board kriegt man das entsprechende Personal ja bestimmt schnell organisiert...nicht.

Ehrlich währt am längsten

Seid einfach so wie Ihr seid. Wenn du alleine bist, sagt am Telefon nicht “wir”. Wenn ihr drei Leute seid, dann kümmert euch erst einmal um das Wesentliche. Die Gepflogenheiten von US Amerikanischen Aktiengesellschaften sind es auf jeden Fall nicht. Lernt eine Programmiersprache, macht bei einem Gründungswettbewerb mit, geht vor die Tür und sprecht mit potentiellen Kunden oder schließt euch auch mal eine Woche im Keller ein und entwickelt.
Tags dieses Artikels: C-Level, Startup und Unternehmensstrategie
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Es gibt einen Kommentar zu diesem Artikel.

Dietrich Schrag am Montag, 25.02.2013

Sehr gut beschriebene Situation der C-Levels, hat mich sehr amüsiert :-)

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Moritz Machner

Mitbegründer von 42he. Technischer Kopf und Chefentwickler mit Passion für schlanke Designs.


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