Einen Schritt zurĂŒck

von Axel von Leitner am 7.3.2016

Ich wĂŒrde diese Arbeitsweise als „voller Fokus“ beschreiben, das heißt ich arbeite dabei nach und nach die Aufgaben auf meiner Liste ab. Wenn ein To Do abgeschlossen ist, geht es nahtlos der nĂ€chsten Aufgabe an den Kragen. Das ist auch unfassbar effizient im Hinblick auf die Zahl der reparierten Software-Fehler, verbesserten Funktionen und neu entwickelten Features. Es hat aber zwei entscheidende Nachteile:

  1. Ich bin tendenziell gestresst
  2. Viele, eigentlich wichtigere Dinge fallen hinten runter. Nein, dabei meine ich ausnahmsweise nicht die gute alte Work-Life-Balance, sondern andere betriebliche Dinge.
Sichtbar wird die volle Konzentration zum Beispiel in der abnehmenden Zahl an Blogposts, die ich verfasse. Und das liegt nicht nur daran, dass ich die Zeit fĂŒrs reine Schreiben streiche. In erster Linie liegt es daran, dass ich keine Zeit mehr habe fĂŒr die nötige Reflektion. Ich bin so mit den einzelnen Aufgaben beschĂ€ftigt, dass ich kaum noch etwas links oder rechts lese, was nicht aufgabenspezifisch ist, grundlegende Dinge nur ungenĂŒgend reflektiere und mich auch mit Bekannten nur noch selten ĂŒber die Firma austausche. Kurz gesagt: Ich nehme mir keine Zeit fĂŒr Inspiration.
Und so schön es klingt, dass viele Dinge nach und nach erledigt werden: Das große Ganze ist wichtiger. Es ist wichtig, dass wir nicht von Bug zu Bug, von Funktion zu Funktion huschen, sondern uns regelmĂ€ĂŸig das große Bild vor Augen fĂŒhren, fĂŒr das wir angetreten sind.
Und das geht nur (zumindest bei mir), wenn ich mich selber bremse. Wenn ich mir feste Zeiten nehme, in denen ich NICHT an einem der grade anstehenden, vermeintlich akuten, Themen arbeite. In den kommenden Wochen ist genau das mein Ziel. Wie soll das aussehen? Ich nehme mir vor, ab dem frĂŒhen Freitag Mittag keine Zeile Code mehr zu schreiben. Stattdessen widme ich mich meinem WochenrĂŒckblick und denke ĂŒber unsere aktuellen und zukĂŒnftigen Projekte nach. Ich weiß, ein kleiner Anfang.

Wenn die Frequenz der BeitrĂ€ge hier und in unseren anderen Blogs also weiterhin so niedrig bleibt, dann wisst ihr: Ich bin wieder in der “FokusmĂŒhle” und der Ausbruch hat nicht funktioniert.

Wie schafft ihr den Spagat zwischen „To Do Listen abhaken“ und „langfristige Gesundheit von Geist und Firma“?

Bild: Bernhard Mayr  / pixelio.de

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Axel von Leitner

MitbegrĂŒnder von 42he. BeschĂ€ftigt sich mit den betriebswirtschaftlichen Dingen und steckt viel Herzblut in Design & Usability. Axel schreibt insbesondere ĂŒber ProduktivitĂ€t, Design und Startup-Themen.