Warum Ihre Browserwahl nicht völlig egal ist

von Axel von Leitner im Juli 2014 in Tech

Wir entwickeln Web-Software und der Zugriff darauf erfolgt in erster Linie über das Tor zum Internet: den Webbrowser. Dabei ist zunächst unerheblich, ob dies vom Rechner, Tablet oder Smartphone geschieht. Im Job, aber auch im privaten, sehe ich regelmäßig Probleme, die man mit der Loslösung vom alten Standard lösen könnte. Der alte Standard ist leider meist der Internet Explorer in Kombination mit einem alten Betriebssystem. Das gute daran: Es ist eine Frage der Zeit, bis auch der letzte XP Rechner schlafen geht. Darauf will ich allerdings nicht einfach nur warten.

Dies ist der Artikel, den man seiner Mutter oder dem Bekannten schickt, dem man nicht einfach etwas anderes - sprich: einen anderen Browser - vorsetzen kann. Zu groß ist die Angst vor dem neuen Aussehen oder dem anderen Verhalten. Aber keine Sorge, wir starten direkt mit dem Gegenbeweis... 

So gut wie keine Umstellung

Der Browser ist vom Aussehen her wahrscheinlich die austauschbarste Software, die man finden kann. Zu 95% werden Sie in der Suchleiste eine Webseite oder die Suchmaschine Ihrer Wahl eingeben. Diese Funktion ist bei allen Browsern gleich, das ist kein Vorteil vom Internet Explorer. Sie haben dutzende Lesezeichen gespeichert? Kein Problem, die können von jedem neuen Browser problemlos und verlustfrei übernommen werden. 
Die einzige Umstellung ist der Klick auf ein anderes Symbol. Und das bekommen Sie noch hin, oder? 

Sicherheit & Geschwindigkeit

Wenn Sie einen alten Browser benutzen bedeutet das ein großes Sicherheitsrisiko. Nicht umsonst gibt es auch bei Browsern immer wieder neue Versionen und Updates. Wenn Sie also heute unbedarft mit einem alten Browser surfen, dann erhöhen Sie das Risiko Opfer von Betrügern im Internet zu werden. Bestenfalls sind die Seiten nur voll mit Werbung. Ich denke hier aber insbesondere an die Nutzer von Gratis-Online-Spielen. Häufig nutzen die Betreiber dubiose Methoden, um aus den kostenlosen Spielen Geld zu machen. Irgendwo muss das Geld ja herkommen, wenn für das Spielen schon niemand zahlt. 

Auch die Geschwindigkeit mit der Sie Seiten aufrufen oder lesen können, leidet bei der Nutzung alter Browser massiv. Wir haben viele Kunden, die genau das tun. Nur durch den Wechsel auf einen neuen Browser könnten sie wahrscheinlich jeden Tag einige Minuten mehr sinnvoll nutzen, als auf den Aufbau der Webseite zu warten. 

Alte Browser ignorieren neue Standards

Für uns als Entwickler das größte Ärgernis an alten Browsern: Alte Browser halten sich nicht an die (neuen) Standards im Web. Sie verursachen daher sehr viel unnötige Arbeit, nur damit die Webseite auch nur halbwegs korrekt im alten Browser angezeigt wird. Hier das Beispiel unserer Startseite bevor wir uns speziell um den alten Internet Explorer gekümmert haben. Der erste Screenshot zeigt die Ansicht in einem modernen Browser, der zweite zeigt wie es im Internet Explorer angezeigt wurde. 
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Was bedeutet das jetzt für die Entwickler von Webseiten? Stellen wir uns vor, der Ersteller und Betreiber einer Webseite wäre wie eine Tankstelle. Ähnlich wie bei der Tankstelle kommen auch bei Webseiten unzählige, verschiedene Leute vorbei. Mal ein ganz neuer Golf, mal ein Oldtimer, mal ein Kleintransporter. All diese Autos fahren an die gleiche Zapfsäule, stecken den Tankzapfen in den Tank und bekommen was sie wollen. Benzin oder Diesel kommen immer in gleicher Qualität an und es gibt keine Probleme, ganz gleich ob jetzt der Oldtimer oder der Neuwagen betankt wird. 
Davon träumt der Betreiber einer Webseite, denn bei ihm ist es leider nicht so. Er muss seine Seite anpassen, wenn ein Besucher mit seinem alten Internet Explorer vorbei schaut. Er muss bestenfalls alle Schwächen der alten Browser kennen und versuchen diese so gut wie möglich auszugleichen, damit der Besucher die Webseite überhaupt richtig benutzen kann. Bei Webseiten gibt es keinen standardisierten Tankzapfen, der für jeden Besucher passt. Jeder Besucher ist etwas anders, wobei die ganz altmodischen Besucher mit Abstand die meisten Probleme bereiten. 
Wir sperren schon heute Benutzer mit sehr alten Browsern aus oder weisen zu mindestens drastisch darauf hin. Das wird in Zukunft immer mehr zunehmen, da Sie mit ihrem alten Browser stehen bleiben während sich das Internet rasend schnell bewegt. 
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Ziemlich sicher haben Sie heute schon starke Einschränkungen und bekommen oft Webseiten zweiter Klasse angezeigt, schlicht weil Ihr Browser einige Funktionen nicht untersützt. Wenn Sie also nicht immer weiter eingeschränkt werden möchten, dann wechseln Sie Ihren Browser. 

Es gibt ein paar Optionen, zwischen denen Sie sich entscheiden können. Um es Ihnen leicht zu machen: Nehmen Sie einfach Mozilla Firefox, Sie können ihn direkt von der Mozilla Seite herunterladen:
https://www.mozilla.org/de/firefox/new/

Nur um das noch klarzustellen: Sie können auch problemlos die aktuellste Version des Internet Explorers nutzen. Das Problem ist hier nur meistens ein altes Betriebssystem, bei dem Microsoft dann nicht die neueste Version seines Browsers ermöglicht. Firefox und Chrome können Sie auch auf einem älteren Betriebssystem noch in einer neuen Version nutzen. 
Tags dieses Artikels: Internet Explorer und Web
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Axel von Leitner

Mitbegründer von 42he. Beschäftigt sich mit den betriebswirtschaftlichen Dingen und steckt viel Herzblut in Design & Usability.
Axel schreibt insbesondere über Produktivität, Design und Startup-Themen.


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