Deutschland, was sind Deine Talente?

von Axel von Leitner am 21.6.2014

Ein interessantes Interview zu diesem Thema fĂŒhrte die ZEIT mit dem Zukunftsforscher Nassim Taleb: Wir brauchen mehr Chaos!
Auf Seite zwei geht es um Deutschland und seine Rolle in der Welt. Und spÀtestens jetzt wird es spannend. Hier der Auszug, auf den ich hinaus will:


Dobelli (zeit.de): Macht Deutschland wirklich alles richtig?
Taleb: Das grĂ¶ĂŸte Risiko Deutschlands ist, dass das Niveau der Ausbildung steigt. Deutschland hat sich von einem Land der Handwerker und Macher in ein Land von Pseudointellektuellen verwandelt. Jeder schickt seine Kinder an die Hochschulen. Dort lernen sie Kant, Derrida, BWL, Finanzmathematik und Ă€hnlichen Quatsch. Statt zu lernen, wie man Maschinen baut. Wer vor dreißig Jahren studierte, war wirklich smart. Heute aber sind die meisten Hochschulabsolventen Scharlatane, die besser eine Lehre abgeschlossen hĂ€tten. Ich bin nicht gegen UniversitĂ€ten. Ich bin allerdings dafĂŒr, dass UniversitĂ€ten fĂŒr jene Leute da sind, die echte Wissenschaft betreiben wollen.

Dobelli (zeit.de): Aber Deutschland braucht doch gut ausgebildete ArbeitskrÀfte.
Taleb: Und was tun die gut ausgebildeten ArbeitskrĂ€fte? Gelingen ihnen Erfindungen? GrĂŒnden sie Firmen? Bringen sie die Welt in irgendeiner Weise voran? Die meisten werden Angestellte, Manager, in anderen Worten: BĂŒrokraten. BĂŒrokraten sind Menschen, die kein Risiko fĂŒr ihre Entscheidungen tragen. Sie bekommen die Upside, wenn es gut lĂ€uft, und ĂŒberlassen die Downside den anderen.
Quelle: Zeit.de

Der Punkt, den Taleb hier anfĂŒhrt, ist nicht von der Hand zu weisen. Jahr fĂŒr Jahr kommen mehr Absolventen aus den Gymnasien und natĂŒrlich beginnt der Großteil ein Studium - alles andere wĂ€re ja Quatsch
 Die hohen Abbrecherquoten zeugen ebenfalls dafĂŒr, dass hier vielleicht etwas falsch lĂ€uft.

Und auch wenn Maschinenbau, Informatik & Co in Deutschland einen guten Ruf genießen, das Gros der Absolventen geht einen anderen Weg. Bei mir selbst war es nicht anders. Doch so schön Bachelor- und Master-Abschluss in den Wirtschaftswissenschaften auch sind, fĂŒr meine heutige Arbeit benötige ich nur sehr wenig davon. Vieles ist sogar kontra-produktiv und muss um- oder neu gedacht werden. Die wirklich wertstiftende Arbeit in meinem Tag sind nicht der Einzug von Geld, die bloße Strategieentwicklung oder sonstige BWL-Themen.

Und, wer fĂŒhlt sich noch angesprochen?
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Axel von Leitner

MitbegrĂŒnder von 42he. BeschĂ€ftigt sich mit den betriebswirtschaftlichen Dingen und steckt viel Herzblut in Design & Usability. Axel schreibt insbesondere ĂŒber ProduktivitĂ€t, Design und Startup-Themen.