Windows Mobile Phone – die dritte mobile Plattform?

von Moritz Machner im Oktober 2011 in Design

Nokia hat seine ersten Geräte mit WP7 (Windows Phone 7) vorgestellt. Nach langen hin und her und  verschiedenen eigenen Plattformen wie Symbian und Meego hat man sich in Finnland nun für das generalüberholte System aus dem Hause Microsoft entschieden. Als Softwareentwickler fragt man sich nun, ob damit dem System der Durchbruch gelingen kann und man auch hierfür entwickeln sollte oder nicht. Quelle: Nokia Quelle: Nokia Ich mach keinen Hehl daraus, dass ich beide Unternehmen nicht sehr sympathisch finde. Natürlich ist bei Google (Android) und Apple (iOS) auch nicht alles Gold was glänzt und sicherlich bringt einem eine gewisse Komzerngröße auch generell einen gewissen Faktor an Boshaftigkeit, aber die beiden Fälle Microsoft und Nokia sind doch schon etwas spezielles. Microsoft, mehrfach kartellrechtlich belangt, und vor allem “Erfindet des Internet Explorers”, welcher schon Generationen an Webentwicklern in die Verzweifelung getrieben hat (uns erst vor einigen Tagen wieder). Auf der anderen Seite Nokia: mir wurde schon mehrfach eine legitime Garantiereparatur aufgrund von angeblichen Wasserschäden abgelehnt und auch mit Bochum hat Nokia sich nicht gerade beliebter gemacht. Aber gut. Schauen wir uns dass ganze mal neutral an. Das iPhone hat quasi das moderne Smartphone erfunden und einen sehr guten und immer noch steigenden Marktanteil. Der Großteil der Geräte ist immer auf der neusten Softwareversion, der Browser ist mit seiner WebKit Engine auf dem modernsten Stand. Der andere Platzhirsch ist das Android System, welches viele verschiedene Hardwarehersteller hat, damit auch unterschiedliche Bildschirmgrößen etc. und auch unterschiedliche Softwarestände, da viele Hersteller die Updates von Google einfach nicht zeitnah oder gar nicht an Ihre Geräte anpassen und dem Kunden so das Upgrade verwehren. Aber auch hier ist ein ebenfalls WebKit basierter Browser an Bord. Auf die AppStores gehe ich jetzt mal nicht ein, wie gesagt, alles aus der Perspektive eines Webentwicklers. BlackBerry habe ich jetzt zum Thema „drei“ mal nicht mitgezählt, weil wir hier über moderne Smartphone Plattformen für mündige Bürger sprechen und nicht über Peilsender für Corporate Drohnen. Also soweit der Markt - für den Webentwickler überschaubar, WebKit hier und dort, damit kann man arbeiten. Nun kommt das Microsoft System mit einem angeblich völlig neu entwickelten mobilen IE. Damit fangen natürlich eventuell die Probleme an. So wie man seine großen Brüder kennt, sind die Browser aus Redmond ja immer für die eine oder andere Überraschung gut. Jetzt hängt es vom Markt ab, ob das System eine nennenswerte Verbreitung finden wird. Das Gerät von Nokia macht auf jeden Fall einen gut designten Eindruck und ist anscheinendes auch gut auf das OS (Betriebssystem) abgestimmt. Das System selber scheint aufgrund seines neuen „Kachelkonzeptes“ zwar recht anderes zu sein, als das App basierte Modell der anderen beiden Plattformen, aber nicht uninteressant und auf jeden Fall ehrlicher als so manche iOS App (unser Beitrag: Design: Holz & Leder). Ich denke Nokia wird die große und vielleicht einzige Chance für dieses Plattform sein und wir werden dann spätestens im Frühjahr lesen können, ob der Marktanteil eine explizite Unterstützung rechtfertigen wird. Bislang konnte Microsoft mit seinem Betriebssystem jedenfalls kaum Hersteller begeistern. Die Asiaten entwickeln ihre Geräte primär für Android, WP7 wurde höchsten Windows zur Liebe noch unterstützt.
Tags dieses Artikels: Android, iOS, IT Strategie, Microsoft, Mobile und Nokia
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Moritz Machner

Mitbegründer von 42he. Technischer Kopf und Chefentwickler mit Passion für schlanke Designs.


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